Geschichte

Der Zehmerhof - ein Hof mit Geschichte und Tradition

 Während der Einwanderung der Bajuwaren um 500 n. Chr. kam der wohl aus dem Stamm der Allemannen stammende Pleon in die Gegend des heutigen Geltings und gründete mit seiner Sippe, zu der auch ihm "hörige" Bauern gehörten, einen Adelshof. Bei diesem Adelshof handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den heutigen Zehmerhof.

 

Nach der Rodung der Grundflächen für den Adelshofes durften die Bauern ca. 1 Kilometer entfernt eigene Höfe gründen, um für ihre eigene Existenz sorgen zu können. Hierbei handelt es sich um das alte Moospliening, das heutige Pliening. Sie mussten jedoch weiterhin für den Adeligen Arbeitsdienste, wie die Rodung neuer Flächen, verrichten.

 

813 übergab der adelige Priester Chundhart eine einfache Holzkirche, die er auf dem Grund des Adelshofes errichtet hatte, an den Freisinger Bischof Hitto. Bei dieser Kirche handelt es sich um die Vorläuferin der heutigen Geltinger Kirche. Nach dem Tod des Cundhart ging dessen Besitz, der Adelshof seiner Familie, auch in den Besitz des Bischofs über.

 

Hof und Kirche wurden im Mittelalter "Kirchpliening" genannt, bis er ab etwa 1500 auch zu Gelting gezählt wurde. Auch heute noch nennt man es "Obergelting".

Da Kirchpliening ganz dem Bischof gehörte, kamen lange Zeit keine neuen Höfe dazu. Erst im Spätmittelalter (um 1400) folgten kleinere Tagwerkerhäusl, um die Arbeiter unterzubringen.

 

Aus der früheren freiwilligen Abgabe an die Kirche entwickelte sich um 1400 eine verpflichtende Abgabe: der Zehent, der Vorläufer der heutigen Kirchensteuer. Beim Zehent musste jeder Bauer den zehnten Teil seiner Ernte und des Viehbestandes jährlich an die Geistlichkeit abführen. Der größte Teil ging an den Bischof, ein kleinerer verblieb beim örtlichen Geistlichen.

Als Sammelpunkt für die umliegenden Orte wählte der Bischof den alten Adelshof zu "Kirchpliening". 1438 erfolgte die erste Erwähnung des Hofes mit dem Namen "Zehenthof". Daraus entwickelte sich der Hofname "Beim Zehentmair", kurz "Zehmerhof". Auch die Familie in dieser Zeit übernahm den Hofnamen als Familiennamen.

 

1503 verlor Sigmund Zehentner (Zehentmair) seinen Hof wegen Misswirtschaft und musste ihn an den Bischof zurückgeben. Da der Hof für den Bischof sehr wichtig war, wurde er nur mit Freistift an den jeweiligen Bauern vergeben. Im Falle der Misswirtschaft konnte ihm jährlich ohne Grund gekündigt werden.

 

Als Vorfahren der heutigen Familie Huber war bereits eine Familie Lämpl auf dem Anwesen. 1507 erhielt Hans Lämpl und gleichzeitig ausnahmsweise auch sein Sohn Christoph den heruntergewirtschafteten Hof. Die Familie wirtschaftete so gut, dass sich Linhart Lämpl 1590 vom Gerichtsscharwerk (Arbeitsdienst für den Herzog) freikaufen konnte. Eine spätere Klage seitens herzoglicher Beamter blieb erfolglos! 

 

Die Familie überlebte als eine der wenigen Geltinger Familien den Schwedeneinfall des Jahres 1634 während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Von den etwa 30 Bauernfamilien blieb nur eine Handvoll übrig! Gelting wurde zum großen Teil niedergebrannt und wegen der Not war es schwierig, neue Besitzer für die verlassenen Höfe zu finden. Der Zehetmair konnte deswegen sehr günstig einen weiteren, kleineren Hof, die sogenannten "Mödsölde" hinzugewinnen.

 

1752 heiratete ein Joseph Rattenhuber die Witwe Barbara Lämpl.

 

 


Wohl kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde ein Zehentstadl errichtet, in dem die Zehentabgaben für die Kirche gesammelt und aufbewahrt wurden. Erst 1907 wurde der alte Stadl durch den heutigen Kartoffelstadel ersetzt.

Erst 1803 endete mit der Säkularisation der fast 1000 Jahre alte Besitz des Freisinger Bischofs über Kirche und Hof. Durch die Säkularisaton wurde aus kirchlichem weltlicher Besitz. Neuer Grundherr war jetzt der König.

 

Durch eine weitere Witwenheirat von Franz Kressierer im Jahre 1816 kam wieder ein Vorfahre der Familie Huber auf den Hof. Er war seit 1795 "Zehetmair" in Neufarn gewesen und brachte 5 Kinder aus seiner 1. Ehe mit auf den Hof.

 

1877 heiratete dessen Enkelin Theresia Kressierer den Geltinger Bauernsohn Anton Huber. Dieser wirtschaftete sehr gut und konnte die Fläche des Hofes auf 87 Hektar erweitern, womit er der größte Hof Geltings war. Ab etwa 1885 wurde das heutige Bauernhaus, der ehemalige Kuhstall und weitere Gebäude neu erbaut.

 

1960 übernahmen die heutigen Seniorchefs Jakob und Edda Huber den Hof.

 

1994 übernahm Anton und Andrea Huber den Zehmerhof 

 

1995 Eröffnung des ersten kleinen Hofladens 

 

1997 Einstieg in den Legehennenhaltung

 

1999 Aufgabe der Milchviehhaltung. Der Alte Kuhstall wurde zum Hühnerstall umgebauen. 

 

2003 Neubau eines Hühnerstalles

 

2010 Neubau eines Freilandstall für Legehennen 

 

2016 Neubau des neuen und modernen Hofladens mit Hofcafé